• Ausstellung: A. R. PENCK Foto:VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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04.05.2017 - 23.09.2017

Ausstellung: A. R. PENCK

Rathausgalerie
Eintritt frei

Ausstellung: A. R. PENCK

Arbeiten auf Papier

A.R. Penck gehörte neben Baselitz und Gerhard Richter zu den bedeutendsten sächsischen Künstlern, die die zeitgenössische Malerei maßgeblich beeinflusst haben.

A.R. Penck mit bürgerlichem Namen Ralf Winkler wurde 1939 in Dresden geboren und starb im Mai 2017 in Zürich. Als Ausnahmetalent malt er schon als Zehnjähriger Ölbilder. Dennoch bleibt ihm eine künstlerische Karriere in der DDR versagt, da seine Malerei nicht konform mit dem Sozialistischen Realismus ist. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen übernimmt Penck Gelegenheitsjobs als Nachtwächter, Briefträger und Heizer. Nebenbei besucht er die Mal- und Zeichenkurse des Malers Jürgen Böttcher, der sich später Strawalde nennt und besucht die Abendkurse Aktzeichnen an der Dresdner Kunsthochschule.

Seine ersten Strichmännchen, die zu seiner charakteristischen Handschrift werden, setzt er 1961 auf die Leinwand, just in dem Jahr, in dem Ulbricht die Mauer bauen lässt. Das ist dann auch der Zeitpunkt, wo er sich mehrere Decknamen zulegt, von denen sich dann letztendlich, A.R. Penck durchsetzt. Ein Pseudonym, das an den Eiszeitforscher und Geologen Albrecht Penck (1885 – 1945) erinnert. Ausgehend von prähistorischen Höhlenmalereien entwickelt Penck seine streng systematisierten primitivistischen Bildfiguren. Typisch für Pencks Arbeiten sind frontale sich bekriegende und Frieden schließende Strichmännchen und –frauen mit erhobenen Armen und betonten Geschlechtsmerkmalen. Seine Kunst birgt immer auch eine politische Dimension, indem er die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft thematisiert. Daher wird Penck auch vom DDR Staat observiert und künstlerisch völlig negiert. Sein internationaler Durchbruch gelingt ihm mit der Teilnahme seiner Arbeiten an der dokumenta 1972. Persönlich bleibt ihm die Reise nach Kassel untersagt. Als Geschenkpakete getarnt schmuggelt er seine Werke in die BRD. Im Jahr 1980 wird Penck schließlich aus der DDR ausgebürgert. Der Kölner Galerist Michael Werner vertritt den in der DDR als „persona non grata“ angesehenen Künstler schon seit 1968. Im Jahr 1989 erhält Penck eine Professur für Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf, die er 16 Jahre lang innehat. Seine abstrahierten Bildchiffren setzt Penck auch in Holzskulpturen um. Eine späte Genugtuung wird ihm 1992 zuteil als er in Dresden im Albertinum ausstellen kann, gerade dort, wo die großen DDR-Kunstausstellungen stattfanden, die vom Staat und der Partei favorisierte Maler präsentierten.
Penck möchte sich auch nicht vom westlichen Kunstbetrieb zu sehr vereinnahmen lassen, er machte sich rar, widersetzt sich dem Druck Kunst auf Nachfrage produzieren zu müssen, er wird zum Künstlernomaden, lebt eine Zeitlang auf Island und in Irland. Seine große Leidenschaft galt neben der Kunst auch der Literatur und dem Freejazz.

Vernissage: Mittwoch, 3. Mai 2017 um 19:30 Uhr

Dauer der Ausstellung: 4. Mai bis 23. September 2017

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8:00 – 18:00 Uhr Freitag 8:00 – 13:00 Uhr Samstag 9:00 – 13:00 Uhr

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

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  • 04.05.2017 - 23.09.2017
  • Keine Buchung möglich

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