Erich Heckel zählt zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus.

International bekannt wurde er durch die Künstlergruppe „Die Brücke“, die er 1905 zusammen mit Ernst Ludwig Kirchner und weiteren Kollegen in Berlin gründete und damit fortan den Expressionismus als revolutionären Avantgardestil verankerte. Akademische Traditionen der Malerei wurden von ihnen grundlegend auf den Kopf gestellt, bestehende Regeln außer Kraft gesetzt, und ihrem Erleben verliehen sie auf noch nie dagewesene Art künstlerischen Ausdruck.

Unbeschwerte Aktdarstellungen in leuchtenden Farben an den Moritzburger Teichen und Stränden der Ostsee beschreiben das neue Lebensgefühl der Künstlergruppe, die „unverfälscht und unmittelbar“ wiedergibt, „was sie zum Schaffen drängt“. Sie experimentiert mit Drucktechniken und geht sogar in der gemeinsamen Vermarktung ihrer Kunst neue Wege.

Nach seinem Schaffen innerhalb der Künstlergruppe liegt Erich Heckels künstlerisches Werk ein Leben zugrunde, das einschneidende Stationen der Geschichte, vielfältige Zeitströmungen und Literatur subtil spiegelt. Dazu gehören Nietzsches „Zarathustra“ ebenso wie die spirituellen Einflüsse des Stefan George Kreises, die romantische Auseinandersetzung mit Licht und Transzendenz sowie der Stil der „Neuen Sachlichkeit“ aber auch die schrecklichen Erlebnisse und Auswirkungen zweier Weltkriege. Die Tatsache, dass er durch einen Bombenangriff seine Berliner Existenz verliert, bringt ihn dazu, sein Leben und Arbeiten am Bodensee fortzusetzen.