Kunstsommer in Balingen 2013 – Das ganze Programm

Zeitgleich zu der in der Stadthalle Balingen präsentierten Ausstellung „Erich Heckel - der große Expressionist“ (29.06. - 29.09.2013) und der in der Rathausgalerie Balingen gezeigten Werkschau „Hermann Wiehl - ein Klassiker der Moderne“ (04.07.- 29.09.2013) stellt die galerie kunstblick, Balingen, expressive Arbeiten der zeitgenössischen Berliner Malerin Ulrike Hansen unter dem Titel „summertime“ (12.07.- 29.09.2013) aus. Zwischen den drei Künstlern gibt es etliche Verbindungspunkte und Affinitäten.

So hat Erich Heckel (1883 – 1970) einen Großteil seines Lebens, von 1911 bis 1944, in Berlin verbracht, hat vor allem in den Wintermonaten dort gearbeitet. Herausragende Kunstwerke, wie z.B. das „Laute spielende Mädchen“ von 1913, das Heckels Frau Siddi zeigt, sind im dortigen Atelier entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1943 lebte und arbeitete Heckel während der Sommermonate in Osterholz an der Flensburger Förde. Er besaß dort ein reetgedecktes Bauernhaus. Als zentrales Bildthema entstanden viele Strandbilder, die das von ihm häufig variierte Sujet, den Akt in der freien Natur, thematisieren.

Auch die in Berlin lebende und dort arbeitende Malerin Ulrike Hansen (geb. 1963) zieht es immer wieder an die Ostsee. Wie schon Heckel ist sie fasziniert von der Weite dieser Landschaft, den hellen, leuchtenden Farben und dem bewegten Himmel. Inspiriert von dieser Umgebung entstehen stimmungsvolle Landschaften, heitere Sommerbilder von Badenden, die Unbekümmertheit und Eins sein mit der Natur demonstrieren. Als „zeitgenössische Expressionistin“ knüpft Hansen an die künstlerischen Errungenschaften der großen Brücke-Künstler an und übersetzt diese in eine zeitgemäße, verständliche Bildsprache voller Humor und Heiterkeit.

Hermann Wiehl (1900 – 1978) hingegen war ein Zeitgenosse Erich Heckels, wenn auch etliche Jahre jünger. Beide Künstler zog es an den Bodensee, genauer lokalisiert auf die Halbinsel Höri. Bei Heckel fand der Umzug nach Hemmenhofen 1944 aus kriegsbedingten Gründen statt, nachdem sein Berliner Atelier und seine Wohnung zerstört worden waren. Für Hermann Wiehl wurde der Bodensee zur zweiten Heimat, da er dort seinen Freund und Lehrer Otto Dix regelmäßig besuchte. Dix lebte schon seit seiner Entlassung in Dresden im Jahr 1936 in der unmittelbaren Nachbarschaft von Erich Heckel. Häufig gaben für Heckel und Wiehl dieselben Landschaftsmotive den Bildanlass. Während sich Heckels Stil formberuhigt hatte, seine Farben der Natur angepasster wurden und eine gewisse Abgeklärtheit seine Werke dominierte, ging Wiehl kraftvoll ans Werk, zerlegte Formen und verwendete Farben wild und ungezähmt.